Swiss Society of Cartography

Home

Portrait

Contact

Mitgliedschaft

Veranstaltungen

Mitteilungen

Berichte

Publikationen

Commissions

Statuten

Companies

National Report

Ausbildung

Stellenbörse

Prix Carto

Bildergalerien

Archiv

Links

JAHRESBERICHT 1999

Bericht für das 31. Geschäftsjahr der SGK 1999

Der Präsident: Hans-Uli Feldmann Murten, 1. Mai 2000


1. Mitgliederbewegung

Die Gesellschaft zählte am 31. Dezember 1999 243 Einzelmitglieder und 24 Kollektivmitglieder. Im Berichtsjahr sind mit Frau Haruko Kishimoto und Jan Karel leider zwei engagierte Mitglieder unserer Gesellschaft gestorben. Zudem sind 5 Mitglieder ausgetreten; ihnen stehen insgesamt 11 Neueintritte gegenüber.

Neu eingetreten sind: Bertiller Anita (Wabern), Bürgi Andreas (Zürich), Fuhrer Björn (Thun), Hertner Roman (Schöfflisdorf), Neumann Andreas (Zürich), Parantainen Ehrler Leena (Felsberg), Rigassi Reto (Bellinzona), Schneider Barbara (Zürich), Small David (Fällanden), Stähli Daniel (Zürich) als Einzelmitglieder sowie die Schweiz. Vogelwarte (Sempach) als Kollektivmitglied. Der Vorstand begrüsst sie herzlich und hofft, dass die SGK ihnen die erwarteten Leistungen erbringen kann.

1999 haben 4 Kartographen ihre Ausbildung mit Erfolg abgeschlossen. Es sind dies in alphabetischer Reihenfolge Gerber Rolf (L+T), Meyer David (L+T), Nikles Peter (L+T) und Weber Simon (K+F). Wir gratulieren den jungen Fachleuten für ihre guten Prüfungsergebnisse und wünschen ihnen für ihre berufliche Zukunft alles Gute.

2. Vorstandstätigkeit

Der Vorstand traf sich im Berichtsjahr zu 5 Sitzungen: am 10. Februar, 30. April, 24. Juni, 9. September und am 29. Oktober jeweils in Zürich. Claude Vez betreute als Sekretär II den Versand der Mitteilungsblätter und der Kartographischen Nachrichten. Hanspeter Tschopp verwaltete die Finanzen und die Mitgliederadressen. Lorenz Hurni war mit seiner Arbeitsgruppe «Hochgebirgskartographie» und der Sammlung von Ausstellungsobjekten für die diesjährige IKV-Tagung in Ottawa sehr aktiv. Zudem organisierte er die «Werkschau Kartographie Schweiz» zusammen mit seinem IKA-Team praktisch im Alleingang. Robert Weibel war, neben seinen Verpflichtungen in der IKV, unsere Kontaktperson zur SOGI, dem Dachverband für Geoinformation. Clemens Maria Wäger betreute das Amt des Sekretärs I, redigierte verschiedene Mitteilungsblätter und sämtliche Sitzungsprotokolle. Der Vorstand verdankt ausserdem die Bemühungen von Stefan Räber, der auf der Internet-Homepage des Instituts für Kartographie der ETH Zürich (http://www.karto.ethz.ch/) den Link zur neu adressierten SGK-Homepage http://www.kartographie.ch resp. http://www.cartography.ch laufend aktualisiert. Das Informationsangebot zur Kartographie via Internet ist bereits gut erschlossen; wir ermuntern alle, weiterhin von diesem Angebot Gebrauch zu machen.

3. Veranstaltungen

Die 30. Hauptversammlung der SGK wurde am Vormittag des 27. März in der Elsässerstube des Bahnhofbuffet Basel durchgeführt. Weil keine wichtigen Geschäfte traktandiert waren, fand sich nur die durchschnittliche Zahl von 36 Mitgliedern ein. Neben dem Jahresbericht des Präsidenten betrafen die weiteren Traktanden die Jahresrechnung 1998, das Budget 1999, die Tätigkeiten der Arbeitsgruppen «Kartengrafik und Generalisierung» sowie «Ausbildung».

Im fachlichen Teil der Veranstaltung wurde am Nachmittag die Basler Papiermühle im St-Alban-Tal besucht, wo neben einer hausinternen Führung von unserem neuen Mitglied Hans-Peter Höhener (Leiter der Kartensammlung der Zentralbibliothek Zürich) noch ein Kurzreferat zum Thema «die Typometrischen Karten der Buchdruckerei Haas» geboten wurde.

Die Herbsttagung am 13. November in Zürich war dem vielfach gewünschten Thema «Werkschau Kartographie Schweiz» gewidmet. Die interessante Veranstaltung wurde von fast 100 Zuhörerinnen und Zuhörer besucht. Bis auf wenige Ausnahmen waren die zehn Präsentationen von eindrücklicher Qualität. Der Vollständigkeit halber sei hier der Pressetext noch einmal wiedergegeben:

Die Kartographie befindet sich seit einigen Jahren in einem grossen Wandel. Gedruckte Karten können heute mit digitalen Produktionsverfahren in besserer Qualität hergestellt werden als bisher. Neue Medien wie CD-ROM und Internet dienen zunehmend als Plattform für interaktive kartographische Anwendungen. Die traditionsreiche Schweizer Kartographie mit ihren etwa 30 kleinen und mittleren Betrieben sowie der amtlichen Kartographie hat sich in den letzten Jahren technologisch, aber auch inhaltlich neu ausgerichtet. Die Schweizerische Gesellschaft für Kartographie hat mit einer Werkschau in Zürich aktuelle Arbeiten und Projekte von Schweizer Kartographen vorgestellt.

Die gedruckte Karte hat noch lange nicht ausgedient, im Gegenteil: Das Medium Papier ist auch für neue, innovative Kartenprodukte mehr denn je gefragt. So hat beispielsweise der Frauenfelder Betrieb Wäger und Partner vor kurzem mit der Herausgabe der ersten Inline-Skate-Karte der Stadt Zürich von sich reden gemacht. Dank konzertierter Medienpräsenz, Sponsoring und Kontakten zu Sport- und Tourismuskreisen ist die Produkte-reihe mittlerweile gut verankert. Bis anhin unbekanntere Regionen wie das St. Galler Rheintal konnten zu interessanten Destinationen aufgewertet werden. Die Zürcher Firma Orell Füssli Kartographie AG setzt modernste digitale Produktionsmethoden zur Nachführung des in den Schulen verwendeten «Schweizer Weltatlas» ein. In einem anderen Lehrmittel, dem neuen Geographiebuch «Die Erde – unser Lebensraum» des Zürcher Lehrmittelverlages übernehmen Karten und Blockdiagramme wichtige didaktische Aufgaben. Aber auch zur Darstellung wissenschaftlicher Sachverhalte sind Karten unentbehrlich, wie das Beispiel des «Hydrologischen Atlas der Schweiz (HADES)» zeigt. Die Luzerner Firma Symplan stellt basierend auf entzerrten Luftbildern (sog. Orthophotos) der Swissphoto AG Übersichts- und sogenannte Wanderkarten sowie Stadtpläne von touristisch interessanten Gebiete der Schweiz her. Mit den gleichen Datengrundlagen konnte auch eine CD-ROM erstellt werden, die ein Einzoomen bis auf Detailstufe ermöglicht. Professionelle Computer-Graphiksysteme erlauben damit sogar einen Überflug über eine dreidimensional modellierte Landschaft. Dass in einem Einmannbetrieb ebenfalls neue, innovative Produkte entstehen können, beweisen die vom Zürcher Kartographen Arne Rohweder (Karto-Atelier, Forch) hergestellten Panoramakarten aus dem Himalaya, Griechenland und den USA.

Neben den Papierkarten spielen neue Medien in zunehmendem Masse eine wichtige Rolle. Auch hier steht die Schweizer Kartographie mit eigenem Knowhow und Produkten nicht zurück. Das Bundesamt für Landestopographie in Wabern bietet seit einiger Zeit erfolgreich die Landeskarte 1:100 000 mit einer GPS-Schnittstelle auf CD-ROM an. Es wird im Februar 2000 zudem die neue Multimedia-Version des «Atlas der Schweiz-interaktiv», eine Eigenentwicklung des Instituts für Kartographie der ETH Zürich, mit interaktiven Statistikkarten und 3D-Visualisierungsmöglichkeiten auf den Markt bringen. Das Internet entwickelt sich zunehmend zu einer wichtigen Drehscheibe kartographischer Aktivitäten. Die Berner Firma Kümmerly + Frey hat eine Kartographische Online-Plattform entwickelt, welche es ermöglicht, interaktive Karten in touristische Informationssysteme zu integrieren. Am Institut für Kartographie der ETH Zürich ist für ähnliche Anwendungen ein Prototyp mit dreidimensionaler Funktionalität erstellt worden. Die Kartensammlung der ETH Zürich präsentiert auf Ihrer Webpage ein Informationssystem zu Leben und Werk des bekannten Schweizer Kartographen Eduard Imhof.

Die «Werkschau Kartographie Schweiz» hat gezeigt, dass die Qualitätsanforderungen gedruckter Karten auch auf neue Medien übertragen werden können, dies ist jedoch teilweise mit erheblichem technischem und finanziellem Aufwand verbunden. Die Schweizer Kartographie hat damit bewiesen, dass sie ihre grosse Tradition und den hohen Qualitätsstandard mit neuen Technologien und Produkten auch im neuen Jahrtausend fortführen kann.

Im Herbst 1999 führte Lorenz Hurni am Institut für Kartographie mit seinem Team einen praxisorientierten Weiterbildungskurs zum Thema Kartographische Gestaltung von Geodaten durch. Der einwöchige, für maximal 12 Teilnehmer/innen konzipierte Kurs fand ein grosses Interesse, so dass er im Februar 2000 wiederholt werden konnte. Es wurde eine Übersicht über die Möglichkeiten zur Verwendung von bestehenden Geo-Datensätzen in kartographischen Projekten mittels neu erhältlicher Software gegeben. Die Teilnehmer hatten auch die Möglichkeit, die verschiedenen Produkte und Daten anhand kleiner Übungen direkt anzuwenden. Es zeigte sich, dass gerade für Kleinunternehmen das Bedürfnis nach speziell auf kartographische Anwender zugeschnittenen Programmen und Plugins (z.B. zu Freehand) besteht. Solche Plugins (z.B. zur Erzeugung von Diagrammkarten) werden vom Institut für Kartographie entwickelt und sind von dessen Homepage frei abrufbar. Es wird diskutiert, ob in Zukunft eine Arbeitsgruppe der SGK die Definition von wünschbaren neuen Plugins übernehmen soll.

Der 48. Deutsche Kartographentag wurde dieses Jahr als Niederländisch-Deutscher Kartographie-Kongress vom 17. bis 20. Mai 1999 in Maastricht durchgeführt und von einer beachtlichen Zahl von Fachleuten aus der Schweiz besucht.

Die 19. Internationale Kartographiekonferenz der ICA fand vom 14. bis 21. August 1999 in Ottawa statt. Wichtige Erfolge für die SGK waren dabei die Ernennung von Lorenz Hurni zum Vorsitzenden der Kommission «Mountain Cartography» sowie die Wiederwahl von Robert Weibel zum Vorsitzenden der Kommission (früher Arbeitsgruppe) «Map Generalization». Nur die USA, sowie die Staaten Kanada, England und Russland verfügen über ebenfalls zwei Kommissionsvorsitzende! Ein weiterer Höhepunkt bildete die Auszeichnung «Honorable Mention» des Atlas der Schweiz-interaktiv als innovatives Produkt.

Über diese Konferenzen wurde bereits ausführlich berichtet (Siehe dazu die beiden Versandbeilagen 4/99 und 1/00).


4. Publikationen

Es sind weiterhin sämtliche Titel der SGK-Schriftenreihe erhältlich. Ein vollständiges Verzeichnis finden Sie auf unserer Internet-Homepage. SGK-Mitglieder erhalten einen Spezialrabatt.


5. Tätigkeiten in internationalen Kommissionen und Arbeitsgruppen

Kommission «Kartenproduktion» der IKV
(ICA Commission on Map Production)
(Berichterstatter: Lorenz Hurni, Zürich)

Die Commission on Map Production hat sich 1999 zu einer einzigen regulären Sitzung während des ICA Kongresses in Ottawa getroffen. Es wurden vorwiegend laufende Projekte besprochen: Ein Dauerbrenner war dabei das Compendium on Cartographic Production Techniques, welches nun schon seit einigen Jahren neu überarbeitet wird. Wie bei solchen ehrenamtlichen Miliz-Projekten üblich, finden die meisten Autoren kaum Zeit, an den einzelnen Kapiteln zu arbeiten. Es scheint nun aber doch, dass die Manuskripte mehr oder weniger vollständig beim Kommissions-Vorsitzenden Sjef van der Steen (ITC Enschede) eingetroffen sind und dieses Jahr noch fertig überarbeitet werden. Die Publikationsform (Druck oder Web-Publikation) bleibt noch offen. Weitere Haupt-Projekte sind die Anwendung von ISO Qualitätsstandards auf kartographische Produktionsabläufe sowie ein Funktionalitäts-Vergleich bestehender Kartographie Software-Pakete. Die neue Homepage der Kommission ist http://193.214.228.39/cmp/ , die neue Home-page der ICA lautet http://www.icaci.org . Für das Jahr 2000 ist ein gemeinsamer Workshop mit der ICA Commission Map Generalisation geplant.


Kommission «Hochgebirgskartographie» der IKV
(ICA Commission on Mountain Cartography)

(Berichterstatter: Lorenz Hurni, Zürich, Vorsitzender der Kommission)

Diese Kommission - hervorgegangen aus der (weiterhin bestehenden) Kommission für Hochgebirgskartographie der Deutschen Gesellschaft für Kartographie - wurde am ICA Kongress in Ottawa neu gegründet. Hochgebirgsregionen werden in Zukunft in Europa als Freizeiträume und in Entwicklungsländern als Wirtschafts- und Wohngebiete für die Bevölkerung an Bedeutung gewinnen. Die Bereitstellung von kartographischen Basisdaten und Methoden zur Überwachung und Planung von solchen Prozessen wird deshalb immer wichtiger. Die Kommission möchte Spezialisten aus den verschiedensten thematischen Bereichen der Hochgebirgskartographie ansprechen und zum Gedankenaustausch anregen. Bereits hat ein erster Workshop der neuen Kommission im März 2000 im Alpinzentrum Rudolfshütte in Österreich stattgefunden. Die Homepage der Kommission lautet: http://www.karto.ethz.ch/ica-cmc


Kommission «Nationale und Regionale Atlanten» der IKV
(ICA Commission of National and Regional Atlases)
(Berichterstatter: René Sieber, Zürich)

Die Kommission tagte unter der Leitung von Timothy Trainor und diskutierte vor allem die Idee eines Cook-Book für elektronische Atlanten. Dieses soll verbindliche Strukturen und Regeln in Standards festlegen und folglich dazu dienen, ein einheitliches Vorgehen bei der Erstellung von Atlanten zu definieren. Diese Idee wird schon seit einigen Jahren verfolgt. Bis dato liegt aber noch kein konkreter Vorschlag vor, da die enorme Entwicklung im Bereich der CD- und Internet-Atlanten eine Festlegung schwierig macht.

Die Kommission hat in der Berichtsperiode ein Seminar an der Universität Island durchgeführt zum Thema: Electronic Atlases and National Atlas Informationsystems in the Information Age. Das Seminar war in vier Themenkreise gegliedert, die sich mit Reports zu Nationalatlanten, Medieneinsatz, Datenbeschaffung und Metadaten befassten. Es wurden Proceedings abgegeben; der gedruckte Bericht kann am Institut für Kartographie ETHZ eingesehen werden.


Kommission «Kartographische Generalisierung» der IKV

(ICA Commission on Map Generalization)
(Berichterstatter: Robert Weibel, Zürich, Vorsitzender der Arbeitsgruppe)

Der Höhepunkt des Berichtsjahres war der «Third Workshop on Progress in Automated Map Generalization», den die Gruppe vom 12.–14.8.1999 unmittelbar vor der letztjährigen ICA-Konferenz in Ottawa durchführte. Der Anlass war wiederum gut besucht, wobei auch ein vermehrter Zulauf von Personen von ausserhalb der Kartographie (v.a. aus der Photogrammetrie und der Informatik) zu verzeichnen war. Insgesamt nahmen 52 Personen aus 15 Ländern teil. Davon waren 30 Hochschulangehörige, 16 Vertreter der amtlichen Kartographie und 6 Industrievertreter. Die Teilnehmer und Teilnehmerinnen hatten vorgängig des Symposiums «Working Papers» von ca. 10 Seiten Länge einzureichen, die während der drei Tage vorgetragen wurden und die Grundlage für intensive Diskussionen lieferten. Ein halber Tag war für Demos verschiedener Teilnehmer und Teilnehmerinnen reserviert. Das detaillierte Programm, die Teilnehmerliste und die Working Papers finden sich auf der Homepage der ICA Commission on Map Generalization http://www.geo.unizh.ch/ICA-bin/documents.

Aufgrund ihrer Leistungen in den vier Jahren ihres offiziellen Bestehens wurde die ehemalige Arbeitsgruppe von der 11. Generalversammlung der ICA am 21.8.1999 in den Stand einer Kommission erhoben. Als Ko-Vorsitzende wurden Robert Weibel (Schweiz) und Dianne Richardson (Kanada) gewählt.

Am 16.8.1999 wurde anlässlich der ICA-Konferenz in Ottawa auch eine Geschäftssitzung der Kommission durchgeführt. Die wichtigsten Beschlüsse betrafen die Durchführung zweier Anlässe in den kommenden zwei Jahren. Vom 21.–24.9.2000 soll in Barcelona zusammen mit der Commission on Map Production ein Seminar organisiert werden, das sich Aspekten der Integration der Generalisierung in den digitalen Produktionsprozess widmet. Vorgängig der nächsten ICA-Konferenz in Beijing 2001 ist sodann die vierte Auflage des Workshops on Progress in Automated Map Generalization geplant. Weitere Informationen finden sich auf der Homepage der Kommission.


Kommission «Ausbildung» der IKV
(ICA Commission for Education and Training)
(Berichterstatter: Hans-Uli Feldmann, Wabern)

Als neuer Vorsitzender wurde Vladimir S.Tikunov, Russland (als Nachfolger des zum Generalsekretär auserkorenen Ferjyan Ormeling) gewählt.

Am Niederländisch-Deutschen Kartographie-Kongress wurde in Maastricht ein Forum zum Thema «Berufliche Mobilität in Westeuropa» durchgeführt. Die deutschsprachigen Länder hatten eine Zusammenfassung vorzulegen, die über die Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten sowie über die Arbeitsmöglichkeiten für ausländische Fachleute in den jeweiligen Staaten Auskunft gab.

Als Ziel für die nächsten zwei Jahre wurde in Ottawa ein Projekt für ein Kartographie-Ausbildungsprogramm via Internet gestartet, von dem man sich eine effektvollere Verbreitung erhofft als das mit Workshops oder mit Lehrschriften (z.B. Basic Cartography Manuals) möglich ist.


6. Tätigkeiten der Arbeitsgruppen der SGK

Arbeitsgruppe «Ausbildungsreglement Kartograf / Kartografin 2000»
(Berichterstatter: Ulrich Baumgartner, Wabern)

An der HV 1997 wurde der Vorstand mit der Überprüfung des Ausbildungsreglementes beauftragt. Nach den entsprechenden Abklärungen und Vorarbeiten beantragte die SGK dem zuständigen VSD (Verband Schweizer Druckindustrie) das bestehende Ausbildungsreglement zu überarbeiten. Der VDS setzte dazu im Mai 1998 eine Arbeitsgruppe ein, welche neben den Praktikern der Betriebe auch die Fachlehrer zusammenführte und den Auftrag erhielt, das Ausbildungsreglement den aktuellen und zukünftigen Anforderungen anzupassen. Mitglieder: Ulrich Baumgartner (Leitung), Herbert Walker, Martin Läderach, Christoph Rimensberger (bis März 1999) Stefan Arn (ab März 1999), Christoph Käser (alle L+T), Pascal Marguerat (bis November 1999), Claude Vez (K+F), Heinz Weber (Hallwag), Heinz Stoll (L+T), Maurice Wicky (VSD).

Dank dem grossen Engagement aller Mitglieder konnte der optimistische Zeitplan eingehalten werden. Der Text des neuen Reglementes wurde im April 1999 dem BBT (Bundesamt für Berufsbildung und Technologie) abgeliefert. Aufgrund des nachfolgenden Vernehmlassungsverfahrens wurde an der Bereinigungssitzung vom 2.Dezember 1999 die definitive Fassung verabschiedet und das Reglement auf den 1.Jan. 2000 in Kraft gesetzt. Damit ist die eigentliche Neureglementierung abgeschlossen, und die Arbeitsgruppe wurde entlassen. Die Ausbildungsbetriebe werden zusammen jetzt die Überführung in die Ausbildung vornehmen. Die erste Abschlussprüfung nach neuem Reglement findet bereits im Jahre 2001 statt.

Als Hauptmerkmale des neuen Reglementes sind festzuhalten: Schwergewicht auf digitale Produktionsverfahren und kartografische Gestaltung und Generalisierung, vierjährige Lehre. Die Prüfung wurde vollständig neu definiert und besteht neben der Allgemeinbildung und den Berufskenntnissen aus folgenden praktischen Arbeiten: 1. Kartografische Präsentationsgrafik (Text, Bild und Karte für Zeitschriften) und 2. Topografische Übersichtskarten (Generalisierung), beide in digitaler Technik.

In der Arbeitsgruppe wurden die Grundlagen für die Prüfung weiterentwickelt und zusammen mit der Schule für Gestaltung Bern ein Kurs für die Präsentationsgrafik (Typografie und Bildverarbeitung) durchgeführt. Diese Prüfungsarbeiten werden jetzt in der L+T getestet. Die Ergebnisse dieser Tests bilden die Grundlage für die Ausbildung in den Betrieben und den Expertenkurs im Januar 2001. Damit sichern wir eine zukunftsgerichtete Ausbildung der Kartografen und leisten einen Beitrag an die Qualitätserhaltung in der schweizerischen Kartografie. Es bleibt zu hoffen, dass die kartografischen Betriebe und Arbeitgeber aus verwandten Fachgebieten davon Kenntnis nehmen und weiterhin Lehrlinge ausbilden oder erfolg-reiche Lehrabgänger anstellen werden. Dies wünschen sich die Arbeitsgruppe, die SGK und bestimmt alle, denen kartografische Qualität ein Anliegen ist.


Arbeitsgruppe «Kartengrafik und Generalisierung - Topografische Karten»
(Berichterstatter: Ernst Spiess, Forch)

Das Autorenteam für diese neue SGK-Publikation wurde im Berichtsjahr durch den Austritt von Kurt Bigler, die Wegzüge von Christoph Rimensberger und Tumasch Reichenbacher und die berufliche Belastung von Robert Weibel stark dezimiert. Zum aktuellen Kern der Gruppe mit Ueli Baumgartner, Ernst Spiess und Claude Vez stiess im Laufe des Jahres neu Stefan Arn von der Landestopographie. Die Arbeitsgruppe führte im Berichtsjahr sieben ganztägige Sitzungen in Wabern durch. Sie dienten hauptsächlich der Diskussion und Korrektur der vorgelegten Entwürfe für Text und Abbildungen. Daneben mussten auch Fragen der drucktechnischen Ausführung und Organisation der weiteren Arbeiten besprochen werden.

Das inhaltliche Konzept sieht sieben Kapitel vor. Ein einleitendes Kapitel «Von der Landschaft zur Karte» (13 S.), das zweite mit dem Schwerpunkt «Kartengrafik» (24 S.) und das dritte, «Grundsätze der Generalisierung» (5 S.), sind druckfertig aufbereitet. Das vierte Kapitel «Generalisierung einzelner Objektklassen» gliedert sich in acht Teilbereiche. Davon sind 11 Seiten «Strassen- und Wegnetze» bereinigt und der Bereich «Siedlungen» (16 S.) bis auf letzte Korrekturen abgeschlossen. Für 5 Seiten über «Bahnnetze und Flugplätze» müssen noch die Abbildungen erstellt werden. Der Entwurf zum Thema «Vegetation» (7 S.) wird gegenwärtig noch intensiv diskutiert und modifiziert. Für die Themen «Grenzen», «Gewässer», «Topografie», «Beschriftung» und «Zusammenspiel verschiedener Elemente» liegen noch keine Entwürfe vor. Hingegen ist das Kapitel «Besonderheiten bei der Karten-Aktualisierung» (3 S.) abgeschlossen. Die Thematik «Automation», bis zur Fertigstellung der einleitenden Kapitel zurückgestellt, hat noch wenig konkrete Form angenommen. Dasselbe gilt für das abschliessende Kapitel über Qualitätssicherung.

Druckfertig sind somit 72 Seiten mit über 200 einzelnen Abbildungen. Wir planen mit einem Gesamtumfang von max. 120 Seiten. Die Herausgabe soll im Jahre 2001 erfolgen. Vorgesehen ist eine broschierte Publikation im Format A4, vierfarbig direkt ab den Daten-Files gedruckt. Für die Aufbereitung und Überprüfung der Datensätze muss noch mit einem erheblichen Aufwand gerechnet werden.

Die Arbeitsgruppe setzt hohe Anforderungen an die inhaltliche Aussage und die formale Gestaltung. Daraus ergeben sich intensive Diskussionen über grundsätzliche Standpunkte und die Ausgestaltung der Abbildungen und Texte in allen Einzelheiten. Die fachliche Diskussion wird sehr intensiv und engagiert geführt. Das grosse persönliche Engagement und die gute kollegiale Zusammenarbeit sind die tragenden Säulen dieses Projektes. Der Zeitaufwand, ganz besonders für die Erstellung der Abbildungen, ist für alle Beteiligten erheblich. Verantworten lässt er sich nur mit Blick auf die Bedeutung, welche diese Lehrschrift für die Ausbildung von Kartographen und Kartographinnen in grafischen Belangen haben wird.


Arbeitsgruppe «Geschichte der Kartographie»
(Berichterstatter: Hans-Uli Feldmann, Wabern)

Stabübergabe in der Arbeitsgruppe für Kartengeschichte

1977 gründete der Geograph und Kartenhistoriker Arthur Dürst innerhalb der SGK die Arbeitsgruppe für Kartengeschichte. Während 23 Jahren amtierte er gleichzeitig als deren Leiter und vertrat die Interessen der Schweiz in allen wichtigen internationalen Gremien zur Kartengeschichte. Aus dieser Arbeitsgruppe heraus kristallisierte sich dann vor zehn Jahren auch das Redaktionsteam, das die Fachzeitschrift Cartographica Helvetica gründete. Wir danken unserem Ehrenmitglied Arthur Dürst für seine langjährige Tätigkeit in der SGK und wünschen ihm für seine weitere Forschungsarbeiten alles Gute.

Als sein Nachfolger konnte Martin Rickenbacher gewonnen werden. Er beschäftigt sich als Ingenieur schon seit Jahren mit der Vermessungs- und Kartographiegeschichte und ist unter anderem Autor der vielbeachteten Dokumentation zur Faksimileausgabe des Alpenpanoramas von Micheli du Crest aus dem Jahre 1754. Zur Zeit arbeitet Martin Rickenbacher teilzeitig beim Bundesamt für Landestopographie und an einer Dissertation über die Geschichte der Vermessung der Basler Landschaft. Wir wünschen auch ihm viel Erfolg und Freude an dieser neuen Aufgabe als Leiter der Arbeitsgruppe für Kartengeschichte.

Fachzeitschrift Cartographica Helvetica

Hefte 19/99 und 20/99 mit insgesamt 114 Seiten. Von den 9 Beiträgen stammen 4 von einheimischen Autoren und der Inhalt betraf 3-mal schweizerische Themen. Zusammenfassungen und Index auf der Webseite http://www.stub.unibe.ch/ch/ch/carhe-dt.html. Das Redaktionsteam setzte sich unverändert aus Hans-Uli Feldmann (Chefredaktor), Madlena Cavelti Hammer, Alfons Cavelti, Hans-Peter Höhener, Markus Oehrli, Thomas Klöti und Urban Schertenleib zusammen.

Archive

Seit April 1999 wird die Kartensammlung des Bundesamtes für Landestopographie katalogisiert. Das Projekt steht unter der Leitung von Thomas Klöti und wird durch Martin Kohler bibliothekarisch betreut. In einer ersten Phase werden die Auflagedrucke der amtlichen Kartenwerke sowie die handzgezeichneten Messtischblätter erfasst.

Ausstellungen

«Wem gehört waa?» 150 Jahre Bannvermessung in Schleitheim (25. September 1998 bis März 1999 in Schleitheim). «Topographische Karten des Appenzellerlandes» (20. Juni bis 19. September 1999 in Appenzell). «Von Typhus, Hagel, Brand und Wasser – ein Streifzug durch die bunte Welt der Landkarten» (25. September 1999 bis auf weiteres in Dietikon). «Landschaft gestalten: Landschaft Aargau im Wandel - 150 Jahre Michaeliskarten» (Wanderausstellung bisher in Aarau, Zurzach, Baden, ab 30. Mai bis 18. Juni 2000 in Gipf-Oberfrick, später noch im Schloss Hallwyl, in Zofingen, Muri und Wohlen).

Konferenzen

Verschiedene Mitglieder der Arbeitsgruppe besuchten im Mai 1999 die Arbeitskreissitzungen «Geschichte der Kartographie» und «Kartenkuratoren» des Niederländisch-Deutschen Kartographie-Kongresses in Maastricht.

An der Mappa-Mundi-Konferenz in Hereford (27. Juni bis 1. Juli 1999) nahm Markus Oehrli teil.

Die 18. Internationale Konferenz zur Geschichte der Kartographie fand vom 11. bis 16. Juli 1999 in Athen statt und die Schweiz wurde aus terminlichen Gründen nur von Madlena Cavelti Hammer und Martin Rickenbacher vertreten, die beide je einen vielbeachteten Vortrag hielten.

Am 46. Wolfenbütteler Symposion zum Thema «Geschichtsdeutung auf alten Landkarten», das vom 26. bis 29. Oktober 1999 abgehalten wurde, beteiligte sich Heinz E. Herzig mit einem Vortrag.

Publikationen (Auswahl)

Gerold Rusch, Hrsg.: Das Appenzellerland in vergangener Zeit (Kassette mit 80 meist farbigen Kartenreproduktionen. Selbstverlag; Druckerei Appenzeller Volksfreund, Appenzell). Roger Hauri: Die Zürcher Lithographen Hofer & Burger 1850-1930 (Verlag Rohr, Zürich. Auslieferung neu durch Matthieu Verlag, Zürich). David Gugerli, Hrsg.: Vermessene Landschaften (Chronos-Verlag, Zürich). Arthur Dürst: Die kartographischen Voraussetzungen und Folgen des Feldzuges von 1799 in der Schweiz: Der Atlas Suworow (Matthieu Verlag, Zürich). Heinz Schneider und Beat Ernst: Natur und Landschaft der Region Basel, ein Multimediaprogramm auf CD-ROM (Basel, Christoph Merian). Robert Gaugler, Red.: 100 Jahre Vermessungs- und Meliorationsamt Kanton Basel-Landschaft 1899-1999 (Liestal, Vermessungs- und Meliorationsamt). Gerhard Ammann und Bruno Meier: Landschaft in Menschenhand, 150 Jahre Michaeliskarten - Kulturlandschaft Aargau im Wandel (Aarau, Sauerländer und Lehrmittelverlag).

top Last update 18 October 2006, Webmaster